Friedrichskoog (Seehundstation)

Friedrichskoog

ist eine Gemeinde im Südwesten des Kreises Dithmarschen in Schleswig-Holstein zwischen der offenen Nordsee und der Elbmündung. Weil das Meer nicht nur das Land liebt, sondern auch uns Menschen, schenkt es uns jeden Tag frischen Fisch und Krabben. Gerade für die Landratten unter den Gästen ist es ein elementares Erlebnis zu sehen, wie die Fischer Tag für Tag mit ihrem Fang in den Hafen zurückkehren. Dabei darf man ihnen über die Schulterschauen – ein kunterbuntes Durcheinander, in dem jeder Handgriff sitzt und alte Seebären Seemannsgarn um die Wette spinnen.

Ursprünglich durch Landwirtschaft geprägt kam Anfang des 20. Jahrhunderts die Fischerei hinzu, mittlerweile ist es vor allem ein Touristenort. Vor der Küste im Nationalpark Wattenmeer liegen sowohl die Vogelschutzinsel Trischen als auch die größte deutsche Bohrinsel Mittelplate.
Gefördert wird von einer künstlichen Insel im Watt sowie seit 2000 auch von Friedrichskoog aus. Seit 2005 ist eine Pipeline von der Bohrinsel zum Förderbetrieb Holstein in Friedrichskoog in Betrieb. Dort erfolgt die Abtrennung des Öles von den übrigen Bestandteilen (vor allem Wasser) sowie eine Abtrennung des Ölgases. Die so aufbereiteten Produkte werden über eine Leitung nach Brunsbüttel gepumpt, wo teilweise eine Verarbeitung, teilweise eine Weiterleitung zur Raffinerie in Hemmingstedt bei Heide erfolgt.

Im östlichen Teil von Friedrichskoog gab es 2010 über 50 Windkraftanlagen
Der wohl bedeutendste Wirtschaftszweig in Friedrichskoog dürfte der Tourismus sein. Zwar verfügt Friedrichskoog über keinen Sandstrand – weder natürlich noch künstlich – und kann seinen Gästen nur den Deich anbieten, dafür grenzt der Deich aber unmittelbar an das Wattenmeer und ermöglicht ausgedehnte Wattwanderungen. Im Rahmen der Förderung des Tourismus wurde seit Ende der 1970er der Bereich der „Spitze" in mehreren Abschnitten massiv ausgebaut, wobei die bisher letzte größere Maßnahme 2007 begonnen wurde. Seit 2004 ist der Ortsteil Friedrichskoog-Spitze als Nordseeheilbad anerkannt, dort befindet sich auch eine große Kurklinik, die auf gemeinsame Aufenthalte mit Kindern spezialisiert ist. Friedrichskoog verfügt an der Westküste über den Hafen mit den meisten registrierten Krabbenkuttern, der nach Büsum und Husum der drittwichtigste Fischereihafen der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste ist. Hier findet jährlich eine Kutterregatta statt, die einen hohen touristischen Wert hat. zur Stromerzeugung, die überwiegend mit einer Leistung von je 500 bis 600 kW und Rotordurchmessern um 40 m in der Mitte der 1990er Jahren installiert wurden. Zunehmend werden diese durch größere, leistungsstärkere Anlagen ersetzt, wobei sich die Anzahl reduziert.

Seit 1985 besteht in Friedrichskoog die Seehundstation Friedrichskoog. Sie ist die einzige zur Aufzucht von Heulern autorisierte Stelle an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Ihr Aussehen wurde zahlreichen Fernsehzuschauern durch die Fernsehserie Hallo Robbi! bekannt, von der große Teile in der Station gedreht wurden. Gäste erkennen die Seehundstation bereits von weitem an der Trischenbake, der Seenotrettungsbake der Insel Trischen, die heute als Aussichtsturm hoch über das Informationszentrum und Freigelände der Station reicht. Erwachsene und Kinder können ganzjährig Seehunde in den naturnah angelegten Becken an Land und unter Wasser beobachten, bei Fütterungen zuschauen, interessante Vorträge hören und das Informationszentrum mit vielfältigen Informations-, multimedialen Erlebnis- und Spielangeboten, speziell für Kinder und Jugendliche, besuchen.

Unweit der Seehundstation verläuft in unmittelbarer Nähe zur Schleuse der 54. Breitengrad, das ist in etwa die gleiche geografische Breite wie Danzig oder die Kommandeur-Inseln in Alaska. Auf der Deichkrone befindet sich ein Gedenkstein, wobei sich der tatsächliche Verlauf aber einige hundert Meter weiter südlich jenseits der Schleuse befindet. An der „Spitze" befindet sich der 1935/36 erbaute Trischendamm. Während des Saison finden diverse Veranstaltungen zur Unterhaltung der Gäste statt, meist im oder in der Nähe des „Haus des Kurgastes" im Ortsteil Spitze. 2008 wurde am Hafen ein 2500 m² Indoor-Spielpark in der architektonisch interessanten Form eines Wals erbaut.

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Fotos:  Stefan Didan-Schmallenberg, Dirk Ingo Franke, Southgeist,

           C. Löber, Andreas Trepte, Cele4