Helgoland

Helgoland, Deutschlands einzige Hochseeinsel ist ein staatlich anerkanntes Seeheilbad. Es stehen etwa 2000 Betten in Privatquartieren, Pensionen und Hotels zur Verfügung. Die Zoll- und Steuerbefreiung Helgolands lockt, vor allem in den Sommermonaten, Tagesausflügler auch zum Duty-Free-Shopping auf die Insel. Allerdings wird der Preisvorteil aufgrund des Wegfalls der Mehrwertsteuer und der Einfuhrzölle durch die ausschließlich auf Helgoland erhobene Gemeindeeinfuhrsteuer gemindert. Aufgrund der niedrigen Benzinpreise gilt Helgoland unter Sportbootkapitänen zudem als Geheimtipp für Törns in der Deutschen Bucht. Die der Hauptinsel vorgelagerte und per Fähre zu erreichende Düne ist bevorzugtes Ziel derjenigen Urlauber, die nicht nur als Tagestouristen auf Helgoland verweilen und sich vor dem täglichen Touristenandrang dorthin zurückziehen. Auf der Düne teilen sich die Badegäste an manchen Tagen den Strand mit einigen Seehunden und Kegelrobben, die ihre Scheu gegenüber Menschen weitgehend abgelegt haben.

Rund 70 km vom Festland entfernt hebt sich der mächtige, rote Buntsandsteinfelsen mit grünem Land aus dem Wasser und präsentiert sich Ihnen mit einer einmaligen Flora und Fauna und einem milden, vom nahen Golfstrom begünstigten Hochseeklima. Helgoland ist eine Oase der Ruhe für Stressgeplagte und ein einzigartiges Naturdenkmal, das keine Umweltprobleme kennt. Helgoland ist aber auch eine vielseitige Urlaubs- und Erlebnisinsel, Kurort und Heilbad zu allen vier Jahreszeiten. Dabei ist alles ein bißchen anders, als Sie es von Helgoland vielleicht denken. Auf einem kleinen Streifzug über Helgoland läßt sich vielerlei Wissenswertes, Nützliches, Überraschendes und Nachdenkliches über Deutschlands einzige Hochseeinsel entdecken. Denn Helgoland ist wirklich einmalig. Wasser gibt es immer, 24 Stunden lang. Unabhängig von Ebbe und Flut können Sie an zwei Stränden auf der Düne baden. Dabei gilt selbstverständlich für Ihre Sicherheit: Baden und Schwimmen nur innerhalb der bewachten Bereiche, unter Beachtung der Badezeiten und der deutlichen Bade- und Warnsignale.

Helgoland liegt rund 70 km von der Küste entfernt in der Deutschen Bucht und gehört mit seinen rund 1.400 Einwohnern zum Kreis Pinneberg im Bundesland Schleswig-Holstein. 1720 wurde die natürliche Verbindung zwischen Hauptinsel und Düne durch eine Sturmflut zerstört, so daß das Eiland heute aus der roten Buntsandsteinscholle mit Steilküste, die 61 m hoch aus dem Meer ragt, und einer kleinen, vorgelagerten Nachbarinsel, der Badedüne, besteht. Die "Hauptinsel" hat eine Größe von ca. 1,0 qkm, die benachbarte Badedüne eine Größe von 0,7 qkm.

Zu einer anderen Welt gehört auch eine eigene Sprache. Natürlich sprechen alle Helgoländer Hochdeutsch, aber untereinander sprechen viele noch die alte Inselsprache "Halunder" (Helgoländisch). Der Spatz heißt dann "Karfink", die Libelle "Skiirskott", der Fahrstuhl "Wüpp", Helgoland "deät Lunn" (das Land) und der Helgoländer Name der Langen Anna ist "Nathuurnstak".Besucher auf Helgoland werden wenig verstehen, wenn sich zwei Helgoländer auf Halunder miteinander unterhalten. Das passiert leider immer seltener, denn nur noch ein Drittel der Insulaner sind der Sprache mächtig.

Feriengäste haben die Möglichkeit zumindest ein wenig mitzureden, denn die Volkshochschule bietet Kurse an - und fürs Selbststudium gibt es das Lehrbuch "Wi lear Halunder" mit Tonkassette. Um den Besuchern der Insel die historischen Ereignisse näher zu bringen, gibt es einen Geschichtsweg über 16 verschiedene Stationen, der Interessierte auf großen Tafeln im Unterland sowie auf Pyramiden im Oberland über die 1000-jährige, wechselvolle und zugleich aufregende Geschichte informiert.Die Helgoland-Touristik hält für Sie eine kostenlose Broschüre hierfür bereit.

Die Geschichte der Insel

ist aufregend bis weit in das letzte Jahrhundert hinein. Helgoland war Seefestung, Seeräubernest, bedeutender Stützpunkt der Seelotsen und zu Beginn des 18. Jahrhunderts sogar größtes Warenumschlagszentrum Europas.
Helgoland wurde belagert und war ab 1714 dänisch. Doch bereits im Jahr 1807 wurde die Insel britisch. 1826 gründete Jacob Andresen Siemens das Seebad. Erst mit dem "Vertrag über Kolonien und Helgoland" von 1890 übergab man Helgoland an Deutschland. Auch in den Weltkriegen war die Insel als Marinestützpunkt beteiligt. Im Jahr 1947 versuchten die Engländer sogar, die Militäranlagen Helgolands mit der größten nichtnuklearen Sprengung zu vernichten. Erst 1952 gab man die Insel an Deutschland zurück und die Wiederbesiedelung konnte beginnen. Bald darauf, 1961, wurde das Rathaus fertig gestellt. Es ist noch heute Zeuge der unverwechselbaren Geschichte Helgolands und informiert die Besucher durch eine Hinweistafel über die aufregenden, historischen Ereignisse.
Doch wichtig in der Geschichte waren auch die Menschen, die Besucher und Einwohner Helgolands. Schon früh kurte die Prominenz Mitteleuropas auf der Insel, während sich in Sichtweite fremde Flotten Seegefechte lieferten. Heinrich Hoffmann von Fallersleben schrieb 1841 das "Lied der Deutschen", dessen dritte Strophe heute die Nationalhymne Deutschlands ist. Seine Büste steht nun auf dem Platz vor der Landungsbrücke. Auch der Helgoländer Fotograf Franz Schensky erlangte mit seinen Bildern der Insel weltweiten Ruhm.
Biologisch gesehen beginnt die Arbeit auf Helgoland sehr früh. Die große Vielfalt unter der Wasseroberfläche rund um Helgoland lockte schon vor mehr als 150 Jahren bedeutende Wissenschaftler auf die Insel, so dass 1892 die "Königliche Biologische Anstalt Helgoland" entstand, die seit 1998 zum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung gehört.

Das Institut für Vogelforschung
wurde als Vogelwarte Helgoland am 1. April 1910 inner­halb der Preußischen Biologischen Anstalt auf Helgoland gegründet. Schwerpunkt der damaligen Arbeit war die Vogelzugforschung auf Helgoland. Im Herbst 1947 erfolgte der Umzug des Instituts nach Wilhelmshaven. Das heutige Institut für Vogelforschung Vogelwarte Helgoland (IfV) ist zweigegliedert: Der Haupsitz befindet sich in Wilhelmshaven-Rüstersiel, die Inselstation auf dem Helgoländer Oberland.

Das Aquarium der Biologischen Anstalt Helgoland.

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Fotos:  Pegasus2/Sioux, Unokono, Apeto, Hartmut Josi Bennöhr,

           Wusel007, Andreas Trepte, Hein Mück, joergens_mi,

           Politikaner, MasterBS, Klugschnacker, Werner Pawels,

           TomCatX, Michael Haferkamp, Gerhard Honnens