Die Stadt Tönning ist ein Bade- und Luftkurort mit rund 5000 Einwohnern und verfügt über einen idyllischen Hafen. Tönning liegt in der Eider-Treene-Niederung direkt am Ufer der Eider, dem nach der Elbe größten Fluss in Schleswig-Holstein. Bei Tönning geht die Untereider in den eigentlichen Mündungsbereich, den Purrenstrom über. Die Stadt ist die größte Stadt der Halbinsel und frühere Kreisstadt des ehemaligen Landkreises Eiderstedt und liegt sowohl an der Grenze zu Dithmarschen im Süden als auch nahe dem nordfriesischen Festland im Norden, zu dessen Landkreis es heute gehört.

Die Eider war als Grenze zwischen Schleswig und Holstein jahrhundertelang auch diese zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Dänemark. Tönning war also sehr lange eine dänische Grenzstadt, auch wenn dies bis ins 18./19. Jahrhundert nur eine untergeordnete Rolle spielte, da die grenzüberschreitende und wechselnde Herrschaft des dänischen Königs und verschiedener Schleswig-Holsteinischer Adelshäuser praktisch von weit größerer Bedeutung waren.

Für das Stadtbild prägend ist der Hafen mit seiner historischen Bausubstanz. In der Altstadt finden sich noch Giebelhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die niederländischen Einfluss zeigen. Am Marktplatz steht die evangelische St. Laurentius-Kirche, deren Nordwand noch aus dem 12. Jahrhundert stammt. Die Barock-Turmspitze wurde von 1703 bis 1706 errichtet. Die 1703 von H. Röhlke geschnitzte Kanzel ist ein Geschenk der Familie des Malers Jürgen Ovens und zeigt diesen zusammen mit der Heiligen Familie auf dem Epitaph. Der Marktbrunnen ist einer der wenigen Kunstbrunnen in Schleswig-Holstein.

Ein "Muss" ist der Besuch des

Multimar Wattforum in Tönning. Es ist das größte Informationszentrum für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Es wurde 1999 eröffnet und im Januar 2003 erstmals erweitert. Hier kann sich der Besucher des Nationalparks über das Leben im Wattenmeer in den verschiedenen Bereichen informieren. Zusätzlich dienen die Aquarien des Watt Forums – 11 Groß- und 17 Sonderaquarien mit einem Gesamtvolumen von 150 m³ – als Aufzuchtstelle für bedrohte Lebewesen.

So wurde mit im Wattenmeer gefangenen Seepferdchen der Gattung Hippocampus guttulatus, die in der Nordsee eigentlich als ausgestorben galten, im Sommer 2004 erfolgreich eine Nachzucht erreicht. Auch die Vermehrung von Katzenhaien ist bereits erfolgreich gelungen. Zentrales Ausstellungsstück ist der Nachbau eines 17,5 Meter langen Pottwals der 1997 vor Dänemark strandete. Die Ausstellungsfläche umfasst 3.125 Quadratmeter. Die Aquarienanlage beinhaltet über 500.000 Liter Wasser. Eine der Hauptattraktionen ist ein ca. 250.000 Liter fassendes Becken mit einer 6 Meter mal 6 Meter messenden Panoramascheibe.

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Fotos:  Walter Rademacher, Smial, Southgeist, Dirk Ingo Franke,                       Jörgens.mi, Achim Raschka, Juergen Kullmann, Uwe Barghaan,
           Viola Sonans, Ernst Paulduro & Ursula Krabbe-Paulduro,                         Wusel007, Gerhard Honnens