Aal / Räucheraal

Foto: Gerhard Honnens
Foto: Gerhard Honnens

 

Beschreibung:

Es gibt verschiedene Arten von Aalen, von denen in Deutschland fünf gehandelt werden, vornehmlich der Europäische Aal. Der Fisch hat einen schlangenähnlichen Körper mit einer sehr dicken, lederartigen Haut und einer zusammenhängenden Rücken-, Schwanz- und Afterflosse. Die Weibchen werden entschieden größer als die Männchen: bis zu sechs Kilogramm schwer und einen Meter lang, während die Männchen durchschnittlich nur 40 bis 50 Zentimeter lang werden. Aale sind in der Dämmerung und nachts aktiv. Sie ernähren sich von Würmern, Krebsen, Insektenlarven, Fischlaich und kleinen Fischen. Während seines Lebenszyklus verändert sich das äußere Erscheinungsbild des Aals mehrmals. Als Larve erinnert er an ein durchsichtiges Weideblatt, dann wird er zum wurmartigen „Glasaal“, während seines Wachstums im Süßwasser wird seine Haut schuppig mit zunächst gelblicher Färbung (dann ist er ein „Gelbaal“) später verdunkelt sich die Haut und schimmert am Bauch silbrig. In diesem Stadium spricht man vom „Silberaal“.
 

Vorkommen:

Aale – egal ob sie in Europa, Amerika oder Nordafrika aufwachsen – schlüpfen in der Sargasso-See, einem Meeresgebiet im Atlantik östlich von Florida und südlich der Bermudas. Getragen vom Golfstrom schwimmen die Larven dann innerhalb von drei Jahren an die Küsten Europas (mit Ausnahme des „amerikanischen Aals“, der an den Küsten von Nordamerika bis Brasilien lebt).
An den Küsten angekommen, wechseln die Aale vom Salz- ins Süßwasser, wandern flussaufwärts ins Landesinnere und leben ca. drei bis vier Jahre in den europäischen Flüssen und Binnengewässern. Dann wird es Zeit, sich auf die eigene Fortpflanzung vorzubereiten. Die Wanderfische futtern sich einen Körperfettanteil von bis zu 30 Prozent an. Die Energiereserve für ihre 5000 Kilometer lange Reise zurück an den Ort ihrer eigenen Kinderstube, wo sie laichen und dann sterben werden. Aale gelten als gefährdete Art. Sie werden aber auch in Aquakultur aufgezogen und wurden inzwischen in vielen Gegenden erfolgreich künstlich angesiedelt, indem man Jungfische aus Aquakultur gezielt aussetzt.

 

Fangmethoden:  

Berufsfischer verwenden verschiedene Arten von Reusen und Netzen. Sport- und Freizeitanglern gehen Aale aber auch an den Haken.

 

Saison: 

Ganzjährig, da der Großteil der verkauften Aale aus Aquakultur stammt.

 

Geschmack:

Aale haben sehr fettes, trotzdem feines und zartes Fleisch, das besonders gern geräuchert gegessen wird.

 

Zubereitung:

Räucheraal ist wohl die bekannteste Zubereitung für den extrem fettreichen Fisch. Er kommt aber auch in Fischfond pochiert auf den Tisch, zum Beispiel mit reichlich Dill und Sahne abgerundet als „Aal grün“. Er schmeckt aber auch mit Wein und kräftigen Gewürzen deftig geschmort hervorragend.

 

Schon mal probiert?

Da sein Fleisch sehr fett und fest ist, lässt sich Aal besonders gut grillen.

 

Schon gewusst...  

... dass in Deutschland mehr Aal gegessen wird, als die heimische Berufsfischerei an Land ziehen kann? Rund 95 Prozent des hier verkauften Aals kommt aus ausländischen – allen voran italienischen – Aquakulturen.
... dass männliche Aale nach sechs bis neun Jahren, Weibchen erst nach zwölf bis fünfzehn Jahren geschlechtsreif werden? Kommen sie aus irgendeinem Grund nicht zum Laichen (mit der unweigerlichen Todesfolge), können sie bis zu 88 Jahre alt werden.
...Aale längere Strecken über feuchtes Land wandern können, da sie Sauerstoff auch über die Haut aufnehmen können?

 

Nährwerte
100g frischer Aal
(verzehrbarer Anteil)
 
Energie
1162 Kilojoule
281 Kilokalorien
 
Grundzusammensetzung
Wasser: 59,3 g
Eiweiß: 15 g
Fett: 24,5 g

Fettsäuren
EPA: 240 mg
DHA: 540 mg

Mineralstoffe
Natrium: 65 mg
Kalium: 280 mg
Calcium: 17 mg
Magnesium: 26 mg

Spurenelemente
Jod: 4 µg
Selen: 29 µg
Zink: 2000 µg

Vitamine
Vitamin B12: 1 µg
Vitamin D: 20 µg

 

Quelle: Deutsche See