Nordseekrabben

Foto: Gerhard Honnens

 

Beschreibung:

 

Die korrekte Bezeichnung unserer Nordseekrabbe ist "Nordseegarnele", auch Sand- oder Strandgarnele, Granat, Porre, Knat, Graue Krabbe, in der Mehrzahl aber Porren oder Nordsee-Krabben genannt, sie ist ein kleiner Zehnfußkrebs.

 

Garnelen können ausgewachsen eine Länge von bis zu 9,5 Zentimetern erreichen, männliche Tiere bleiben kleiner. Sie haben lange Fühler, und wie bei den meisten Zehnfußkrebsen ist das erste Gliedmaßenpaar scherenähnlich ausgebildet. Die Schere besteht aus einem kleinen Endglied, das taschenmesser-artig gegen ein massiges Grundglied eingeklappt wird ("subchelate" Schere), anders als die nach vorn gerichtete Schere von Hummern oder Flusskrebsen.

 

Der schlanke Körper mit den Augen, die äußeren Glieder, Kiemen sowie der Kaumagen tragen eine Chitinhülle, die nach der Häutung erneuert wird. Am Vorderkörper oben befinden sich die Stielaugen, die zweiästigen ersten Antennen und die langen zweiten Antennen (Geißeln) mit zwei schuppigen Anhängen. Darunter sind fünf Beinpaare, von denen nur die letzten drei Gehbeine sind. Die starken Klappscheren des ersten Beinpaars erbeuten die Nährtiere. Das zweiten Beinpaar mit kleiner Schere ist spezialisiert auf Putzen des Körpers und des Eigeleges. Der gegliederte und muskulöse Hinterkörper hat fünf gefiederte Schwimmbeinpaare und einen Schwanzfächer. Am ersten Schwimmbeinpaar haben Weibchen einen hasenohrähnlichen Anhang. Männchen tragen am zweiten Schwimmbeinpaar einen klammerartigen Anhang. Der Schwanzfächer dient durch ruckartiges Einklappen der schnellen Flucht vor Feinden, der dafür ausgebildete, massive Muskel bildet das kommerziell genutzte "Krabbenfleisch".

 

Die größeren Tiere halten sich bevorzugt im tieferen Wasser auf. Der Nachwuchs der Nordseegarnele nutzt das Wattenmeerr nur in der warmen Jahreszeit, um sich vor Räubern zu schützen. Im Sommer ziehen manchmal neben jungen auch größere Garnelen weit ins Brackwasser der Flussmündungen. Mit der Flut kommen sie auf das Watt, mit der Ebbe sammeln sie sich in Prielen. Bei Frostwetter verlassen sie das dann stark auskühlende Flachwasser.

Sie vergraben sich meist flach im Sand, um Schutz vor Vögeln, Fischen und jungen Robben zu suchen. Pigmentzellen ermöglichen der Garnele, dass sich der Krebspanzer farblich an den Wattboden anpassen kann. Nordseegarnelen werden erst mit eintretender Dunkelheit zum Fressen aktiv, sie sind Lauerjäger, die Beute nicht aktiv jagen. In der Ernährung sind sie Opportunisten, die Beute je nach Häufigkeit auswählen und dabei auch kleine Artgenossen nicht verschmähen. Wichtigste Beutetiere sind bodenlebende Kleinkrebse (Flohkrebse, Mysiden, Ruderfußkrebse), Würmer (Vielborster), aber auch Jungfische. Verbreitet ist Fressen an den aus dem Sand vorgestreckten Siphonen von eingegrabenen Muscheln. Durch ihre Häufigkeit sind sie in ihrem Lebensraum ökologische Schlüsselarten mit hoher Auswirkung auf ihre Beutetiere.

 

Vorkommen: Nordsee

 

Nährwerte pro 100g:

 

87 kcal / 364 kJ / 18,6g Eiweiß / 1,4g Fett / 266 mg Kalium / 92 mg Calcium / 130 µg Jod