Skrei

Foto: Gerhard Honnens
Foto: Deutsche See


Beschreibung:
Alljährlich wird die Wanderung des Skrei Anfang Februar zum Großereignis der Lofoten, einer Inselgruppe im Norden Norwegens. Um was aber handelt es sich bei einem Skrei, dass er halb Norwegen in Aufruhr bringt?

Skrei heißt übersetzt so viel wie „Wanderer“ und ist eine in Deutschland noch wenig bekannte norwegische Kabeljau- bzw. Dorschart, die nur in einem kurzen Zeitraum vom Anfang Februar bis Ende März gefangen wird. In Norwegen zählt der Fisch, der auch Winter-Kabeljau genannt wird, bereits seit vielen Jahrhunderten zu den Delikatessen des Landes.

 

Skrei lebt eigentlich im Eismeer der Barentsee im Norden Norwegens. Von dort begeben sich alljährlich die geschlechtsreifen fünf bis sieben Jahre alten Fische in riesigen Schwärmen auf den 600 Kilometer weiten Weg in Richtung Süden, um dort im milderen Klima des Golfstroms abzulaichen. Vor den Lofoten angekommen, eine Inselgruppe vor der norwegischen Küste, knapp 400 Kilometer nördlich des Polarkreises, hat der Skrei seine beste Qualität erreicht. Denn von der langen Wanderung durch die norwegischen Gewässer entwickelt der Fisch ein fettarmes, muskelreiches Fleisch, das besonders fest und zart ist. Der Skrei hat bis dahin eine Größe von bis zu einem Meter und ein Gewicht von drei bis acht Kilogramm erreicht.

Die norwegischen Wikinger begannen bereits vor 600 Jahren Skrei in größeren Mengen zu fangen und damit zu handeln. Ab dem 12. Jahrhundert entwickelten sie eine Methode den Fisch zu trocknen und verkauften ihn in dieser Form ins Ausland. Für die Bevölkerung der Lofoten wurde der Skreifang besonders ab dem 19. Jahrhundert sowohl wirtschaftlich als auch kulturell bedeutend, da damals ein großer Teil der norwegischen Bevölkerung mit der Fischerei des Skreis beschäftigt war. Auch heute ist der alljährliche Skreifang nach einem langen kalten Winter ein großes Ereignis in Norwegen, bei dem sich jedes Jahr viele Fischer versammeln, um die Ankunft des Skrei vor den Lofoten nicht zu verpassen. Daher ist es umso erstaunlicher, dass der Fisch erst in letzter Zeit in Deutschland an Bekanntheit zunahm.

Fangmethoden:
Skrei wird noch heute mit Handleinen, Angeln oder kleineren Netzen von kleinen Kuttern aus gefangen, um das feine Fleisch des edlen Fisches nicht zu verletzen. Nur ausgewählte Betriebe, die strengste Auflagen bei Fang, Auswahl, Lagerung und Transport des edlen Fisches erfüllen, erhalten vom Norwegean Seafood Export Council das Recht, ihren Winterkabeljau als Skrei® zu vertreiben. 

Saison:
Skrei, der Winterkabeljau von den Lofoten, ist der exklusivste Fisch aus norwegischen Gewässern. Frisch gibt es ihn nur während der kurzen Fangsaison von Anfang Februar bis Ende März.

Geschmack:
Das Fleisch des fangfrischen Skrei sollte weiß, fest und sehr zart sein und sich beim Aufschneiden leicht auffächern. Das besondere an dem Fisch ist neben seinem köstlichen Geschmack und seinem hohen Muskelfleischanteil das Fleisch selbst. Denn von kaum einem anderen Fisch erhält man ein so dickes Stück Filet.

Zubereitung:
Bei der Zubereitung von Skrei sollte man darauf achten, nicht zu kräftige Zutaten zu wählen, um den feinen Geschmack des Fisches nicht zu überdecken. Dafür eignet sich vor allem Gemüse oder Brot. Skrei kann auf vielfältige Weise zubereitet werden. Deftig, süßlich, asiatisch oder auch auf mediterrane Weise. Das Fleisch passt sehr gut zu vielen Geschmacksrichtungen. Eine klassische Zubereitungsart nach altem Rezept ist Skrei mit Muschelragout oder mit Grünkohl und Schweinebacke. Das rustikale Urrezept der Norweger allerdings, wie es seit eh und je gegessen wird, wird als „Mischmasch“ bezeichnet. Dafür werden nicht nur das frische Fischfleisch sondern auch die Leber, die Zunge, die Rogen und die Bäckchen, das Fleisch aus den Kiemen, zu einer Fischplatte zubereitet. Man kann Skrei aber auch nur leicht mariniert in rohem Zustand essen, vorausgesetzt der Fisch ist ganz frisch, oder pochiert mit Rogen, Kartoffeln und Knäckebrot. Skrei ist sehr vielfältig und in seiner Zubereitung äußerst variabel. Dazu passt im Übrigen am besten ein kräftiger Rotwein.